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Abfüllen
Auf dem Höhepunkt seiner Reife wird das Bier glanzklar filtriert
und abgefüllt. Dabei kommt es auf steriles Arbeiten an.
Fässer oder Flaschen und Dosen werden in hohem Tempo gefüllt:
so gibt es Füllanlagen, die 100.000 Flaschen und mehr pro
Stunde füllen, verschließen und etikettieren.
Abläutern
Das Gewinnen der klaren Würze aus der Maische. Zurück
bleiben die Treber.
Alkoholgehalt
Der Alkoholgehalt eines Bieres hängt eng mit dem Stammwürzegehalt
zusammen. Ein Viertel bis ein Drittel der Stammwürze wird
durch Gärung in Alkohol umge- wandelt. Das bedeutet, daß
der Stammwürzeanteil etwa dreimal so hoch ist, wie der Alkoholgehalt.
So hat beispielsweise Vollbier, bei einem Stammwürzegehalt
von 11 bis 16 % , einen Alkoholgehalt von ca. 4,5 bis 5,5 %.
Üblich sind für ein Pils 4.5 - 4.9 % und für ein
Export 5.0 - 5.5 %. Es gibt jedoch auch Export mit 4.5 % oder
Pilsener mit 4.2 % oder gar 5.3 %.
Alkoholarm
alkoholarm darf sich ein Bier nennen, das max. 1,5 Gewichtsprozente
Alkohol aufweist.
Alkoholfrei
Nur Biere mit weniger als 0,5 Gewichtsprozent Alkohol dürfen
als alkoholfrei bezeichnet werden.
Alphasäure
wegen ihres hohen Bitterwertes wichtigster Inhaltsstoff des Hopfens.
Alt
Ursprünglich gab es nur obergärige Biere. Die obergärigen
Biere wurden Altbier genannt, bis durch die Erfindung der Kühlmaschine
eine neue Biersorte entwickelt wurde - das untergärige Bier.
Altbier ist ein dunkles Bier, das nach alter, d.h. obergäriger
Art gebraut wird. Die dunkle Farbe entsteht durch Verwendung
von dunklem karamelisiertem Malz, welcher auch den eigentümlichen
Geschmack ergibt.
Amylasen
Enzyme, welche Stärke in Malzzucker umwandeln können.
Sie werden bei der Keimung der Gerste gebildet und wirken bei
der Würzeherstellung im Sudhaus.
Anstellen
Einleitung des Gärprozesses, bei dem die Hefe zu der Würze
gegeben wird.
Aroma
Das Aroma des Bieres hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Die Auswahl der Rohstoffe ist dabei ebenso entscheidend wie die
Art der verwendeten Hefe, die Gärführung und die Reifung
bis zur Abfüllung.
Aufbewahrungsbedingungen
Bierflaschen sollten stehend, kühl und dunkel gelagert werden.
Um keine Geschmackseinbußen hinzunehmen, sollte der Hausvorrat
nicht länger als 6 Wochen stehen. Haltbar ist Bier jedoch
erheblich länger.
Ausstoß
Unter Ausstoß einer Brauerei wird ihre produzierte bzw.
verkaufte Menge an Bier innerhalb eines Jahres verstanden. Meist
gemessen in Hektoliter (hl). Ein Hektoliter entspricht 100 Liter.
In Deutschland werden jährlich rund 100 Millionen Hektoliter
Bier gebraut.
Berliner Weiße
Obergäriges Bier mit 7 bis 8 % Stammwürze, das mit
einer Mischung von Hefe und Milchsäurebakterien hergestellt
wird. Um die Säure abzuschwächen, trinkt man die Berliner
Weiße zumeist mit einem Schuß Himbeersaft oder Waldmeistersirup.
Bier
Bier ist ein Getränk, das durch alkoholische Gärung
aus Hopfen, Hefe, Malz und Wasser entsteht. Für untergärige
Biere darf nur Gerstenmalz, für obergärige darf Weizen-,
Roggen- und Dinkelmalz verwendet werden. Es ist das älteste
Alkohol- getränk der Menschheit. Die Herstellung von Gerstenbier
läßt sich bis ins 4. Jahrtausend vor Christi Geburt
zurückverfolgen.Siehe dazu auch Geschichte des Bieres
Bierarten
Die Bierarten werden unterschieden nach obergärigen und
untergärigen Bieren.
Bierausstoß
In Hektolitern ausgedrückte Menge des jährlich hergestellten
Bieres einer Brauerei.
Bierfarbe
Bier bekommt seine Färbung durch das verwendete Malz. Bei
dunklen Bieren wird dunkles Malz oder Röstmalz zugesetzt,
das durch besonderes Mälzen und Darren (oder Rösten)
hergestellt wird.
Biergattungen
Es gibt die Gattungen Bier mit niedrigen Stammwürzegehalt
(bis 7 %), Schankbier (7 bis unter 11 %), Vollbier (11 bis unter
16 %) und Starkbier (über 16 %).
Biersorten
Die meistgetrunkene deutsche Biersorte ist Pils. Export, Weizenbier,
Alt und Kölsch machen den größten Teil der übrigen
Sorten aus.
Bierpflege
Faßbier bedarf einer besonders sorgfältigen Behandlung.
Nach dem Transport sollten Fässer einige Zeit ruhen, da
sich ansonsten beim Anstechen zu viel Schaum bildet. Die Temperatur
und das richtige Zapfen sind für ein gepflegtes Bier von
großer Bedeutung.
Bockbier
Das Bockbier ist ein ober- oder untergäriges Bier mit mindestens
16 % Stammwürze, es gibt helle und dunkle Bockbiere. Der
Name geht auf die Stadt Einbeck zurück, in der zuerst dieses
Starkbier gebraut wurde.
Bodensatz
Hefetrübe Biere weisen immer einen Hefe-Bodensatz auf, den
man mit ins Glas einschenken kann oder man gießt das überstehende
klare Bier vorsichtig ab. Klarfiltrierte Biere dürfen keinen
Bodensatz aufweisen.
Brauerei
In Deutschland gibt es knapp 1.300 Braustätten, in denen
rund 6.000 Biermarken bebraut werden. Viele davon haben eine
lange Tradition
Braunbier
Schwach alkoholisches obergäriges Bier mit wenig Kohlensäure.
Die braune Farbe gab ihm den Namen. Braunbier wird nur noch von
sehr wenigen Brauereien hergestellt.
Braugerste
Die beste Gerste für die Brauerei ist die zweizeilige nickende
Sommergerste. Der Brauer beurteilt die Gerste u.a. durch Prüfung
von Geruch, Größe und Form der Körner, nach Beschaffenheit
der Spelzen und des Mehlkörpers sowie der Keimfähig-
keit.
Brauwasser
für die Produktion eines Hektoliters Bier (100 Liter) werden
ca. 600 Liter Wasser benötigt. An dieses Wasser werden hohe
Anforderungen gestellt. Es muß geschmacklich einwandfrei,
geruchlos und klar sowie frei von bierschädlichen Organismen
sein; Salze darf es nur in bestimmter Menge und Art enthalten.
Die Qualität des Brauwassers ist mitentscheidend für
die Güte eines Bieres.
Bügelflasche
Bier, in der traditionellen Form der Bügelflasche, wird
inzwischen wieder von einer Reihe von Brauereien aus Traditions-
oder Marketinggründen verkauft.
Calcium
Die Härte des Wassers ist ein zahlenmäßiger Ausdruck
der chemisch wirksamen Salze des Wassers. Die Gesamthärte
umfaßt alle Calcium- und Magnesiumsalze.
Darren
Trocknen der gekeimten Gerstenkörner
Diacetyl
bildet sich als Stoffwechselprodukt der Hefe während der
Gärung. Bei gut geführter Nachgärung wird es weitgehend
wieder entfernt. Schon in kleinen Mengen verursacht Diacetyl
einen bierfremden Geruch und Geschmack.
Diätbier
Nahezu kohlehydratfreies Bier, das für Diabetiker vorgesehen
ist und dessen Alkoholgehalt nicht über dem Gehalt vergleichbarer
Biere liegen darf.
Differenztest
Statistische Methode zur Ermittlung gesicherter Unterschiede
bei der sensorischen Bewertung verschiedener Proben.
Doemens-Technikum
Dieses Institut in Gräfelfing bildet Fachleute für
Brauwesen und Getränketechnik aus.
Doppelbock
Doppelbock ist ein extrastarkes Bier mit mindestens 18 % Stammwürze.
Dortmunder
Das Dortmunder Bier ist ein helles, untergäriges Vollbier;
weniger gehopft als Pilsner, aber herber als Münchner.
Dosenbier
Bier wurde erstmals 1935 in den USA in Dosen abgefüllt.
Dosenbier wird stabilisiert und/oder pasteurisiert, um eine bessere
Haltbarkeit zu erzielen. Es hat einen Anteil an der Gesamtherstellung
von etwa 2 %.
Einbeck
Die Stadt Einbeck ist die Geburtsstätte des Bockbieres.
Dieses Bier fand im Mittelalter bei den Bayern-Herzögen
soviel Anklang, daß sie den Einbecker Braumeister abwarben.
Enthärten
Karbonate im Brauwasser sind bei der Bierherstellung unerwünscht.
Wasser mit hoher Karbonathärte wird daher entkarbonisiert.
Dafür gibt es verschiedene Verfahren und Aufbereitungsanlagen.
Export
Das Export-Bier ist ein helles, untergäriges Vollbier, weniger
herb als Pils, mit einem Stammwürzegehalt von mindestens
12 %. Dieser Biertyp wurde erstmals um 1700 im Dortmunder Raum
gebraut. Der Hopfenanteil ist beim Export-Bier geringer als beim
Pils.
Extrakt
Wertbestandteil, der sich aus einem Körper herauslösen
läßt. Malzextrakt wird während des Maischeprozesses
aus dem Malz gelöst. Dieser malzextrakt bildet die Bierwürze.
Faßbier
Ungefähr 25 % des Bierausstoßes wird auf Fässer
abgefüllt.
Fastenbier
eine Erfindung der Mönche in der Fastenzeit. Nach der Definition:
Was flüssig ist, bricht das Fasten nicht.
Flaschenbier
Etwa 75 % des in Deutschland getrunkenen Bieres kommt in Flaschen
und Dosen auf den Markt.
Flaschengärung
Bei Bieren mit Flaschengärung findet der letzte Teil des
Gärprozesses durch Zugabe von Hefe in der Flasche statt.
Bekanntester Vertreter dieses Typs ist das Hefeweißbier.
Forciertest
Mit dieser Methode wird durch eine künstliche Alterung die
nichtbiologische Haltbarkeit, also die voraussichtliche Lebensdauer
des Bieres festgestellt. Dabei wird das Bier in Flaschen wechselweise
bei 40 bzw. 60 und 0 Grad C aufbewahrt.
Fremdorganismen
Bier ist ein Naturprodukt. Vor allem zu Beginn der Gärung
ist die Würze anfällig für Wildhefen, verschiedene
Bakterien und Pilze, weil diese unter gleichen Bedingungen gedeihen
wie die Bierhefe. Solche Fremdorganismen können das Bier
in Geschmack und Haltbarkeit erheblich schädigen oder gar
verderben. Große Sorgfalt und Hygiene sowie die moderne
Brautechnik können das verhindern.
Fuselöle
Höhere Alkohole, die sich bei der Gärung bilden und
in höherer Konzentration nachteilig auf Qualität und
Bekömmlichkeit wirken.
Gärung
Beim Gären verwandelt die Hefe den Malzzucker in Alkohol
und Kohlensäure. Dauer etwa 7-8 Tage.
Gambrinus
Von alters her gilt Gambrinus als der Schutzpatron der Brauer.
Die genaue Herkunft von Gambrinus ist ungeklärt, er wird
bei einigen Autoren als burgundischer Fürst des 13.Jahrhunderts
mit dem Namen Jan Primus (Johannes der Erste) ausgemacht, bei
anderen als König von Flandern und Brabant im 16.Jahrhundert.
Als solcher ist er auch gemalt worden.
Gerste
Gerste ist nach dem Deutschen Reinheitsgebot einer der vier Bestandteile
des Bieres. Zweizeilige Sommergerste ist wegen des niedrigen
Eiweißgehaltes zum Brauen am besten geeignet. Sie wird
durch Keimen und Darren in Malz umgewandelt und dann erst zum
Brauen benutzt.
Geschmacksstabilität
die Eigenschaft eines Bieres, die beim Abfüllen vorhandene
Qualität bis zum Verbrauch unverändert zu erhalten.
Hauptsächliche Geschmacksveränderungen sind das Zerfallen
der ursprünglichen Harmonie und ein Alterungston. Bei der
DLG-Qualitätsprüfung wird die Geschmacksstabilität
durch das Prüfen von zwei unterschiedlichen alten Proben
des gleichen Bieres festgestellt.
Großdose
Allgemein als Partyfäßchen bekannt. Der Inhalt beträgt
meistens 5 Liter. Für Großdosen gibt es spezielle
Zapfanlagen, die das Ausschenken zu einem zünftigen Spaß
machen.
Grünmalz
Durch Einweichen, Quellen und Keimen wird aus der Gerste Grünmalz.
Dieses wird zum Trocknen auf die Darre gebracht.
Haltbarkeit
Bei sachgemäßer Lagerung hält Bier in der Flasche
einige Monate, vorausgesetzt es wurde nach dem Deutschen Reinheitsgebot
ohne Zusatz von Konservierungsstoffen hergestellt.
Hansen
Emil Christian Hansen wies die verschiedenen Hefesorten wissenschaftlich
nach. 1881 vermehrte er sie erstmals in Reinzucht.
Hefe
Hefe ist ein einzelliger Sproßpilz. Für die Bierherstellung
unterscheidet man zwischen untergärigen und obergärigen
Hefesorten. Nach dem Deutschen Reinheits- gebot einer der vier
Bestandteile des Bieres. Die Hefe bringt die Bierwürze zur
Gärung. Obergärige Hefe setzt sich nach Beendigung
des Gärvorganges oben ab, untergärige entsprechend
unten.
Hopfen
Hopfen wächst an 3 bis 5 Meter hohen Stauden, vornehmlich
in Süddeutschland. Zum Bierbrauen werden die weiblichen,
unbefruchteten Blüten (Dolden) von kultiviertem Hopfen verwandt.
Wichtig sind die Bitterstoffe und das Aroma. Hopfen verleiht
dem Bier Haltbarkeit. Nach dem Deutschen Reinheitsgebot einer
der vier Bestandteile des Bieres. Der Hopfen gibt dem Bier den
typischen herben Geschmack, erhöht die Haltbarkeit und verhilft
der Blume zur Standfestigkeit. Berühmt für
seine besondere Güte ist der Hallerthauer Aromahopfen.
Inhaltsstoffe
Kohlenhydrate, Eiweiß, Kohlensäure, Alkohol, verschiedene
Mineralstoffe und Wasser sind im Bier enthalten. Nähere
Informationen unter Inhaltsstoffe des Bieres.
Jahresbierverbrauch
Die Deutschen trinken jährlich im Durchschnitt etwa 138
Liter Bier pro Kopf und damit weltweit das meiste Bier.
Jungbier
Nach der Hauptgärung heißt das Bier Jungbier, es wird
danach noch vier bis sechs Wochen gelagert.
Kalorien
Das Bier einen hohen Kalorienanteil enthalten soll ist falsch.
Bier hat pro Liter, je nach Sorte, rund 450 kcal (=1870 kJ).
Nur Mineralwasser, Kaffee (ohne Milch und Zucker) und Tee (ebenfalls
ohne Milch, Zitrone oder Zucker) sind kalorienärmer. Milch
hat beispielsweise 600 Kalorien je Liter und Wein 700. Spirituosen
haben etwa 3.000 Kalorien je Liter. Bier ist ein "gesundes
Getränk". Siehe auch Bier und Gesundheit.
Karbonate
An Kohlensäure gebundene Calcium-, Natrium- und Magnesiumsalze.
Sie beeinflussen den Brauprozeß bei hellen Bieren negativ.
Keimen
Um die Gerste für das Brauen verwendungsfähig zu machen,
läßt man sie vor dem Darren erst einmal Keinem.
Keg
Ein zylindrisches Bierfaß, welches durch den fest eingebauten
Fitting ein leichtes An- und Abschlagen ermöglicht. Beim
Abschlagen verbleibt der Kohlensäuredruck im Fass. Dadurch
wird ein Antrocknen von Bierresten vermieden und die Keimentwicklung
gehemmt.
Kellerbier
Ein zumeist dunkles und unfiltriertes trübes Bier.
Kieselgur
Ein sehr feinkörniges Pulver, das aus den kieselsäurereichen
Panzern in der Vorzeit abgestorbener Süßwasser- bzw.
Meeresalgen gewonnen wird. Kieselgur hat die Eigenschaft, Trubstoffe
an sich zu binden. Daher wird sie zum Klären des Bieres
verwendet, vor allem auch, weil sie im Bier unlöslich ist.
In den Kieselgurfiltern bildet sie eine Filterschicht, die Trubstoffe
zurückhält, so daß das Bier ganz klar herausläuft.
Klärmittel
Während der Nachgärung sinken die Hefezellen zu Boden
und reißen trübende Bestandteile wie Eiweißstoffe
oder Hopfenharze mit sich; das ist die natürliche Klärung
des Bieres. Man kann dies beschleunigen, indem Hilfsmittel wie
z.B. Zentrifugen verwendet werden.
Klosterbrauerei
Die Klöster haben sich um die Braukunst besonders verdient
gemacht. Fast jedes Kloster hatte früher eine eigene Brauerei.
Kölsch
Spezialität des Kölner Raumes. Kölsch ist ein,
nach dem Reinheitsgebot hergestelltes, helles, hochvergorenes,
hopfenbetontes, blankes und obergäriges Bier mit einem Stammwürzegehalt
von knapp über 11 %. Kölsch darf nur in Köln und
Umgebung gebraut werden.
Kölsch-Konvention
Freiwillige Vereinbarung der Kölsch-Brauereien des Kölner
Brauerei Verbandes vom März 1986, zur gebietsbegrenzten
Herstellung von Kölsch.
Kohlenhydrate
Zuckerarten, die durch die Gärung in Alkohol und Kohlensäure
umgewandelt werden. Kohlensäure entsteht bei der Gärung.
Beim Abfüllen in Fässer und Flaschen wird mittels Kohlensäure
ein Druck aufgebaut; dies ist wichtig für die Frische und
Haltbarkeit eines Bieres.
Kräusen
Schaumgebilde aus Eiweiß und Bitterstoffen, die sich bei
der Gärung an die Oberfläche des Gärbottichs bilden.
Kühlen der
Würze
Nach dem Kochen muß die Würze auf eine für die
Gärung vorteilhafte Temperatur abgekühlt werden. Gleichzeitig
werden Trübstoffe entfernt.
Läutern
Nach Beendigung des Maischvorgangs werden die in Wasser gelösten
Extraktteile im Läuterbottich von den Trebern getrennt.
Lagerung
Nach der Gärung gelangt das Bier in den Lagerkeller. Hier
bleibt es mehrere Wochen bis zur vollendeten Reife.
Leichtbier
Hierbei handelt es sich um ein alkohol- und kalorienreduziertes
Bier. Der Alkohol wird entweder technisch entzogen, oder das
Bier wird direkt mit geringerer Stammwürze eingebraut. So
entsteht weniger Alkohol auf natürlichem Wege.
Lichteinfluß
Starke Beleuchtung oder Sonnenbestrahlung bewirken im Bier einen
unangenehmen Geschmack. Braune Flaschen bieten hiergegen einen
guten Schutz. Bei grünen Flaschen sollte man z.B. durch
Verpackung in Kartons für einen zusätzlichen Lichtschutz
sorgen.
Linde, Carl von
Carl von Linde ist der Erfinder der Kühlmaschine. Durch
seine Erfindung wurde das Brauen während des ganzen Jahres
möglich.
Lupulin
In den Hopfendolden enthaltenes Harz, das eigentlich Wertvolle
am Hopfen: Träger der Aroma- und Bitterstoffe.
Märzen
Märzen ist ein untergäriges Vollbier, das früher
- als nur im Winter gebraut werden konnte - im März stärker
eingebraut wurde, um es durch höheren Alkoholgehalt länger
gegen Verderb zu schützen. Nach den heißen Sommermonaten
wurde und wird es noch heute bei Bierfesten (z.B.Oktoberfest)
ausgeschenkt.
Maibock
Maibock ist ein Starkbier, das im Frühjahr ausgeschenkt
wird. Sein Stammwürzegehalt liegt bei mindestens 16 %.
Maische
Maische entsteht durch das Mischen von Malzschrot und Wasser.
Das anschließende Erhitzen verflüssigt die schwerlöslichen
Bestandteile des Malzschrots.
Malz
Um Gerste und Weizen zum Brauen zu verwenden, werden sie in Braumalz
umgewandelt. Die Körner werden zum Keimen gebracht und dann
auf der Darre getrocknet. Durch die Keimung wird eine Umwandlung
der Stärke in Malzzucker eingeleitet. Malz schmeckt süß.
Malzbier
Ein obergärig gebrautes, braunschwarzes Bier, bei dem die
7 %ige Malzwürze durch Zucker, der karamelisiert sein kann,
auf einen Extraktanteil von 12 bis 13 % gebracht wird. Malzbier
ist sehr kalorienreich und enthält etwa 1 % Alkohol.
Malzschrot
Das Malz wird in der Schrotmühle zerquetscht, um dann eingemaischt
zu werden.
Mikroorganismen
Kleinlebewesen, wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze. Unerwünschte
Mikroorganismen werden z.B. durch Hitze abgetötet.
Milchsäure
Eine Kontamination durch Milchsäurebakterien kann an verschiedenen
Stellen der Produktion erfolgen. Dagegen helfen nur absolut sauberes
Arbeiten und niedrige Temperaturen. In der Berliner Weißen
werden Milchsäurebakterien gezielt verwendet, um den erfrischenden
säuerlichen Geschmack zu erzielen.
Münchner Biertyp
Dunkles, wenig bitteres und leichtes Vollbier, das auf den hohen
Karbonatgehalt des ursprünglichen Münchener Brauwassers
abgestimmt ist.
Nachgärung
In Lagertanks gärt das Jungbier unter Druck nach und reift,
dabei reichert es sich gleichzeitig mit Kohlensäure an.
Nichtbiologische
Haltbarkeit
Die Lebensdauer eines Bieres, während der es sich im Aussehen
nicht verändert.
Nitrat
In Trinkwasser in unterschiedlicher Menge vorhanden. Eine zu
hohe Konzentration kann als Hefegift wirken und muß zuvor
entfernt werden.
Obergärig
Als obergärig werden Biere bezeichnet, die mit obergäriger
Hefe hergestellt sind, z.B. Alt, Kölsch, Weissbier, Weizenbier
und Berliner Weisse. Die Gärung erfolgt bei etwa 15-20 Grad
Celsius. Die Hefezellen setzen sich bei der Gärung in einer
Schicht auf der Bieroberfläche ab.
Pasteurisieren
Haltbarmachen eines Bieres durch Erwärmen des abgefüllten
Behältnisses. Notwendig oftmals, wenn das Bier exportiert
wird und damit extrem lange haltbar sein muß.
pH-Wert
Begriff zur Kennzeichnung des Säure- bzw. Alkalitätsgrades
einer Lösung. Bei einem pH-Wert unter 7 ist die Flüssigkeit
sauer, bei einem Wert über 7 liegt eine alkalische Lösung
vor.
Pichen
Behandlung der Holzfässer mit Pech, um die Poren und Fugen
des Holzes zu schließen, ein Entweichen der Kohlensäure
zu verhindern und im Faßinneren eine leicht zu reinigende
glatte Fläche zu bilden.
Pils/Pilsener
Eine Sortenbezeichnung für ein helles Vollbier mit meist
kräftigem Hopfengeschmack. Pils ist ein untergäriges
Bier, welches ursprünglich nur in der Gegend um die Stadt
Pilsen (heutige Tschechische Republik) gebraut wurde. Pils hat
einen Stammwürzegehalt von 12 %
Pilsen
Eine Stadt in Tschechien, hier wurde der berühmteste Biertyp
der Welt entwickelt.
Premiummarken. In der Regel gut beworbene und damit bekannte
Biermarken, die meist bundesweit vertrieben werden.
Pupasch
Begriff aus dem Volksmund
für mittelalterliches Süßbier. Dieses bewirkte
nach dem Verzehr starke Blähungen. Mit "r" schreibt
man "Arsch" erst seit 1920, deshalb sitzt ihr noch
heute auf euren "vier Buchstaben". Quelle: Bierkneibe
Hameln, Pferdemarkt.
Rauchbier
Bier, zu dessen Herstellung das Malz mit Holzfeuer direkt getrocknet
wird, wobei es den typischen Rauchgeschmack annimmt. Eine Spezialität
aus Bamberg.
Reinheit (Geruch,
Geschmack)
Die Reinheit von Geruch und Geschmack kann nur durch eine sensorische
Prüfung festgestellt werden. Sie muß typisch für
die jeweilige Biersorte sein und darf keinerlei Fehler aufweisen.
Reinheitsgebot
Das Deutsche Reinheitsgebot ist die älteste lebensmittelrechtliche
Vorschrift der Welt, die heute noch eingehalten wird. Sie wurde
1516 von Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlassen. Sie besagt,
daß Bier ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser
gebraut werden darf. Heute wird zusätzlich Hefe verwendet,
deren Wirkung man damals nicht kannte, man verließ sich
auf die natürlichen Hefen, die in der Luft enthalten sind.
Böse Zungen behaupten, dem Herzog ginge es darum, die Bierbrauer
auf Gerste festzulegen um so zu verhindern, daß Roggen
und Weizen, welches dringend zur Brotherstellung benötigt
wurde, für das Bierbrauen verwandt wurde.
Reinzuchthefe
Eine speziell für den jeweiligen Biertyp ausgewählte
Heferasse, die frei von Begleitorganismen gezüchtet wird.
Rezenz
Begriff für den frischen Geschmack eines Bieres. Kohlensäuregehalt
und pH-Wert spielen dabei eine wichtige Rolle.
Saccharometer
Senkspindel (Aräometer) zur Ermittlung des Extraktgehaltes
und damit der Konzentration der Würze
Sauerstoff
die Aufnahme von Sauerstoff muß beim Bier nach der Gärung
so gering wie möglich gehalten werden, da das Bier sonst
sehr viel schneller altert und verdirbt.
Schankbier
Bier mit einem Stammwürzegehalt von 7 - 11 %. Erfreut sich
zunehmender Beliebtheit. Schaum. Er entsteht durch die Kohlensäure,
die sich beim Einschenken entbindet. Diese bläst sich, unter
Mitwirkung des Hopfens und von Eiweiß, wie ein elastisches
Häutchen auf.
Schüttung
Die für einen Sud benötigte Menge an Malz.
Schlauchen
Das Umpumpen des Jungbieres nach abgeschlossener Gärung
durch Schläuche oder Leitungen in die Lagertanks.
Schroten
Das Zerkleinern des Malzes in speziellen Mühlen.
Spundung
Das exakt eingestellte unter Druck halten des Bieres während
der Nachgärung, um die gewünschte Lösung der Kohlensäure
zu erreichen.
Stabilität
(Kolloide)
Trubstoffe, wie z.B. Eiweiß und Gerbstoff werden aus dem
Bier entfernt. Dazu bedient man sich verschiedener Absorptionsmittel,
die nicht im Bier löslich sind und danach wieder entfernt
werden.
Stärke
Alle Getreidesorten enthalten Stärke. Sie wird unter günstigen
Bedingungen und unter Mitwirkung von Enzymen zu vergärbarem
Zucker abgebaut.
Stammwürzegehalt
Der Extraktgehalt der Würze, bzw. der darin gelösten
Stoffe wie Zucker, Eiweiß und Bitterstoffe, wird Stammwürze
genannt. Nach Bundesgesetz müßen Starkbiere über
16 %, Vollbiere 11-14 %, Schankbiere 7-8 % und Einfachbiere 2-5,5
% Stammwürze haben. Aus der Stammwürze bilden sich
durch Vergärung ca. 1/3 Alkohol, 1/3 Kohlensäure und
es verbleibt 1/3 Restextrakt.
Stacheln
Ein alter Brauch von Biertrinkern bestimmter Regionen. Ein glühender
Eisenstachel wird zum Erhitzen des Bieres in das kalte Bier getaucht.
Der Zucker karamelisiert und erzeugt einen besonderen Geschmack.
Sudhaus
Im Sudhaus stehen Maischbottich, Läuterbottich und Würzepfanne.
Hier wird das mit Wasser vermischte Malzschrot verzuckert. Die
von den Trebern befreite Flüssigkeit ist die Würze,
die mit Hopfen gekocht (gesotten) wird.
Treber
Als Treber bezeichnet man die Malzrückstände (Spelzen),
die nach dem Abfließen der Würze im Läuterbottich
verbleiben. Sie werden als nahrhaftes Futter in der Viehhaltung
verwendet.
Trub
Die beim Würzekochen ausgeschiedenen Eiweißstoffe.
Der Trub wird vor der Gärung entfernt.
Trübung
Trüb kann ein Bier werden durch Fehler bei der Herstellung,
Unsauberkeit oder falsche Behandlung beim Kunden. Ursachen sind
Hefen, Bakterien, Bierwürzebestandteile, Eiweißstoffe.
Trübungsbildend ist auch zu kalte Lagerung, z.B. im Tiefkühlschrank.
Untergärig
Als untergärig werden Biere bezeichnet, die mit untergäriger
Hefe hergestellt sind, z.B. Pils, Export, Bock, Doppelbock, Hell,
Märzen und Lager. Da der Gärungsprozeß bei Temperaturen
von 4 bis 9 Grad Celsius erfolgen muß, kennt man diese
Brauart erst seit der Erfindung der Kältemaschine, also
seit 1876. Versuchs- und Lehranstalt
Die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei (VLB) in Berlin
ist zusammen mit Forschungs- und Ausbildungstätte für
das Brauwesen.
Verzuckern
Umwandlung der Malzstärke in Zucker. Erfolgt etwa bei 63-75
Grad Celsius durch Bildung von Enzymen.
Vollbier
Das Vollbier ist eine Biergattung mit einem Stammwürzegehalt
zwischen 11 und 16 %. Knapp 96 % aller deutschen Biere sind Vollbiere.
Vollmundigkeit
Harmonie des Geschmackseindruckes eines Bieres, stark abhängig
von der jeweiligen Sorte.
Wasser
Nach dem Deutschen Reinheitsgebot ist Wasser einer der vier Bestandteile
des Bieres, es darf nur in Trinkwasserqualität verwendet
werden, also ohne chemische Aufbereitung. Brauwasser sollte "weich"
sein, also eine geringe Kalkhärte aufweisen, da die Kalkhärte
den Geschmack beeinflußt. Um 1 hl Bier herzustellen braucht
man heute etwa 4 bis 5 hl Wasser. Vor einigen Jahrzehnten waren
es noch 25 hl.
Weichen
Der Gerste wird Feuchtigkeit zugeführt, um durch Quellung
die Keimung einzuleiten.
Weihenstephan
Die älteste existierende
Brauerei der Welt. Gleichzeitig ist dort die Fakultät für
Brauwesen an der Technischen Universität München. Zusammen
mit der Versuchs- und Lehranstalt Berlin die bedeutendste Forschungs-
und Ausbildungsstätte für das Brauwesen.
Weizenbier
Das Weizenbier ist ein obergäriges Bier. Zum Brauen von
Weizenbier wird neben Gerstenmalz auch Weizenmalz verwendet.
Wintergerste
Wird von den Brauern nur ungern zu Malz verarbeitet, wenn es
sich um eiweißreiche und dickspelzige Gersten handelt.
Würze
Die aus dem Malz gewonnenen löslichen Bestandteile werden
zusammen mit dem Hopfen in der Würzepfanne gekocht. Damit
wird die Keimfreiheit erzielt und durch das Einkochen der vorgesehene
Stammwürzegehalt erreicht.
Zymase
Ein Hefeenzym, das für die Einleitung der Gärung verantwortlich
ist. |